AAV: Abnehmer müssen Verantwortung übernehmen

Durch die gestiegenen Kosten und die geringen Anpassungen bei den zu erzielenden Preisen werden viele Gemüsekulturen im heimischen Anbau unwirtschaftlich, das wurde auf der Herbstsitzung des Arbeitsausschusses Vertragsgemüse am 15.12 deutlich. Erste Kulturen wurden bereits aus dem Portfolio gestrichen, weitere werden folgen, wenn kein Entgegenkommen der Verarbeiter erfolgt, betont Vorsitzender Heinz-Peter Frehn.

Insbesondere durch den steigenden Mindestlohn am 1. Januar 2026 auf 13,90 € im kommenden Jahr ist die Lage äußerst angespannt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es zum Teil hohe Bestände zum Beispiel beim Kohl durch die guten Erträge in der letzten Saison gibt. Diese haben zu einer großen Warenverfügbarkeit geführt und das verarbeitete Gemüse lässt sich wiederum gut lagern. Nichtsdestotrotz müssen die Abnehmer in den Fabriken Verantwortung auch für die kommenden Jahre übernehmen und die Preise anpassen, sodass ein wirtschaftliches Auskommen mit dem Anbau möglich ist, ansonsten verschwindet der Gemüseanbau und wird durch alternative Ackerbaukulturen ersetzt. Denn das Anbaurisiko steigt Jahr für Jahr durch fehlenden Pflanzenschutz, Klimaveränderungen und steigende Kosten für Erntehelfer, Versicherungen und Pachten. Unterm Strich wird kein Anbauer Geld zur Fabrik fahren, stellt Frehn fest, eher stellt man um und reduziert den Anbau.

Viele Verhandlungsgespräche werden regional erst im Frühjahr geführt, die aktuelle Sitzung des Ausschusses hat aber deutlich gemacht, wie groß der Druck und die Sorgen seitens des Anbaus sind. Das verarbeitete regionale Gemüse ist für viele traditionelle Gerichte unabdingbar. Besonders in der aktuellen Situation muss regionale Produktion und eine breite Palette an Kulturen einen hohen Stellenwert haben.

Abnehmer muessen Verantwortung uebernehmen