Wiederzulassungsverfahren für Thiram gefordert

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| Pflanzenschutz und Düngung
Wiederzulassungsverfahren für Thiram gefordert

Im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Nahrungs- und Futtermittel (ScoPAFF) sollte im Frühjahr über den Vorschlag der EU-Kommission für eine Nicht-Verlängerung der Zulassung des Wirkstoffs Thiram beraten und gegebenenfalls abgestimmt werden. Im Vorfeld dieser Sitzung ist die Bundesfachgruppe Gemüsebau aktiv geworden und hat das Bundeslandwirtschaftsministerium um Unterstützung gebeten.

In einem Schreiben des ZVG an Dr. Hermann Onko Aeikens im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft stellte der deutsche gemüsebauliche Berufsstand, die Fachgruppe Gemüsebau im Zentralverband Gartenbau und im Bundesausschuss Obst und Gemüse die große Relevanz des Wirkstoffs Thiram für den Gemüsebau heraus. „Wir haben große Sorge, dass uns dieser wichtige Wirkstoff Thiram im Gemüsebau nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Das wäre ein sehr großer Verlust. Es ist der noch einzig verbliebene wirksame fungizide Beizwirkstoff im Gemüsebau. Er ist unverzichtbar. Für die meisten Beizanwendungen von Thiram im Gemüsebau gibt es keinen verfügbaren alternativen Wirkstoff. Gerade die hervorragende Wirksamkeit von Thiram als fungizider, nicht-systemischer Wirkstoff hat zu einer weiten Verbreitung von Thiram in der Saatgutbeizung von Gemüse und anderen Kulturen geführt“, heißt es in dem Schreiben.

Saatgut stammt oft aus der Produktion desselben Jahres sowie aus den Restmengen des Vorjahres und ist in den meisten Fällen bereits gebeizt. Deshalb bestehen große Lagerbestände aus mit Thiram gebeiztem Saatgut allein im Gemüsesektor im Wert von mehreren 100 Mio. €. Staatssekretär Aeikens wurde eindringlich gebeten, darauf hinzuwirken, dass in den anstehenden Beratungen und Entscheidungen unseren Gemüseerzeugern Thiram in der Beizanwendung weiterhin zur Verfügung stehen wird.

Text: Jochen Winkhoff

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