Mittel gegen Thripse, Falschen Meltau und Spargelfliege erreicht

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| Pflanzenschutz und Düngung

 

Zahlreiche Notfallzulassungen auf Antrag der Bundesfachgruppe bewilligt

Gleich drei erfolgreiche Notfallgenehmigungen konnte die Bundesfachgruppe Gemüsebau Ende März vorweisen. Benevia gegen die Spargelfliege wurde wie im Vorjahr positiv vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bewilligt und steht damit auch in dieser Saison mit einem einmaligen Einsatz zu Bekämpfung der Spargelfliege zur Verfügung. Die Zulassung von Fonganil Gold gegen Falsche Mehltaupilze in der Jungpflanzenanzucht im Gewächshaus von Kräutern und Salat-Arten wurde erst auf Widerspruch für die Zeit vom 28. März bis zum 25. Juli 2022 für 120 Tage erteilt. Argumentiert wurde, dass dringend erforderlich sei, ein Gießverfahren mit systemischer Wirkung zur Verfügung zu haben, da eine kurative Wirkung bei den Jungpflanzen eine weitere Infektion unterbindet, die in dem sensiblen Stadium zu starken Ausfällen führen kann. Zusätzlich seien neue Mehltaurassen wie die Rasse Bl 37EU sind in Deutschland nachgewiesen und breiten sich aus. Zwar geben es allgemein Mittel gegen Falschen Mehltau, diese gelten jedoch oft nur für die Freilandanwendung im späteren Verlauf der Kultur und sind nicht für die Jungpflanzenanzucht im Gewächshaus zugelassen beziehungsweise geeignet. Aufgrund des hohen Resistenzrisikos muss bei den Kulturen im Produktionsverlauf bis zum Endprodukt unbedingt auf einen Wirkstoffwechsel geachtet werden, da es sonst zu Resistenzen sowie Kreuzresistenzen zwischen den Wirkstoffen kommt. Nun kann das Mittel mit dem Wirkstoff Metalaxyl-M doch noch gegen falsche Mehltaupilze eingesetzt werden.

Als dritte Zulassung konnte das Insektizid Verimark mit dem Wirkstoff Cyantraniliprole zur Bekämpfung von Thripsen beim Anbau von Paprika, Tomaten, Gurke und Aubergine im Gewächshaus als positive Genehmigung erreicht werden. Die Notfallzulassung für Verimark gilt für den Zeitraum vom 1. April bis zum 29. Juli 2022. Die Thripsbekämpfung bei Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen im Gewächshaus ist von entscheidender Bedeutung, da Thripse Blätter und Früchte durch Saugen schädigen, was zu Fleckenbildung und verfärbten Früchten führt und diese unverkäuflich macht. Thripse übertragen auch das Tomato Spotted Wilt Virus (TSWV), eine Viruserkrankung, die zunehmend bei Tomaten, Paprika und Eierpflanzen auftritt. TSWV kann nur durch die Kontrolle des Überträgers Thrips bekämpft werden. Sowohl Schäden durch Thripse als auch durch TSWV verursachen bereits erhebliche Ertragseinbußen und zusätzlich unverkäufliche Früchte. Das Besondere ist das Applikationsverfahren (Tropf-Applikation), was die Nützlinge schont und mit dem integrierten Pflanzenschutz kompatibel ist.

 

Spargelfliege BQ: DLR-NW-jk
Spargelfliege BQ: DLR-NW-jk

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