Klimaanpassung im Fokus. 31. Beratertagung für Fachberater im Gemüsebau

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Bei der digitalen Veranstaltung am 08. Und 09. März wurden die Fachberater im Gemüsebau im Vorfeld zu Wunschthemen befragt. Das größte Interesse fand die thematische Auseinandersetzung zu Anpassungsstrategien der Gemüsebaubetriebe mit den Folgen von Klimaveränderungen. Besonders die Gesunderhaltung der Böden und Fruchtfolgenanpassung an geänderte Gegebenheiten bei der Wasserversorgung fanden regen Anklang unter den Beratern. Auch interessant waren in diesem Zusammenhang die Versuche rund um das Mulchen. Chancen für die Bodenqualität und Wassereinsparung bieten sich hier. Zwar sehen die Berater Risiken bei den Schädlingen wie Schnecken und die Übertragung auf den großflächigen konventionellen Gemüsebau, aber die positiven Eigenschaften des Mulcheinsatzes im Gemüsebau hat das Interesse weitere Untersuchungen anzuschließen geweckt. Neue Schädlinge in Deutschland profitieren von den geänderten Klimabedingungen und spielten für die Fachberater daher auch eine besondere Rolle. Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys), die Grüne Reiswanze (Nezara viridula). der Japankäfer (Popillia japonica) oder der Baumwollkapselwurm (Helicoverpa armigera) waren besonders im Fokus der Berater aus dem Pflanzenschutz, obwohl einige bereits länger bekannt waren. Hier bot Ute Vogler vom Julius-Kühn-Institut wichtige Untersuchungen zu den Lebenszyklen und der Biologie der Insekten sowie Bestimmungen von Erkennungsmerkmalen. Mögliche Bausteine zur Bekämpfung einiger Wanzen bot Tilo Lehneis vom LTZ Augustenberg.

Ulrike Weier gab wiederum Einblicke in die Bekämpfungsmöglichkeiten von Echtem Mehltau an Petersilie und warf die Frage nach einer möglichen Herbizidstrategie nach dem Wegfall von Metribuzin im Möhrenanbau auf. Angeregt dadurch entbrannte eine rege Diskussion zur Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit von biologischen Grundstoffen. Kritisch wird die Wirksamkeit vieler biologischen Mittel gesehen, die man vor Jahren sofort ausgeschlossen hätte. Pflanzenschutzmittel auf biologischer Basis und low-risk Produkte sollen nun als Baustein im zukünftigen Pflanzenschutz gesehen werden, aber noch gibt es zu wenige Produkte, ihr Wirkungsspektrum ist oft begrenzt, ebenso wie ihre Wirksamkeit mahnten die Fachberater an. Abgerundet wurde die zweittägige Veranstaltung durch den Beitrag von Robert Luer von Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau e. V. (ZBG), der anhand von umfangreichen Berechnungen Anpassungsstrategien bei steigenden Produktionskosten im Gemüsebau vorgestellt hat. Als Datengrundlage für die Berechnungen stehen die Buchführungsabschlüsse von Betrieben, die freiwillig am Betriebsvergleich des ZBGs teilnehmen, über mehrere Jahre zur Verfügung. Betroffen ist der Gemüsebau auf mehreren Ebenen. Betriebsmittelkostensteigerungen, explodierende Energiepreise und natürlich der steigende Mindestlohn. Mechanisierung von arbeitsintensiven Tätigkeiten ist nur eine der genannten Stellschrauben. Natürlich waren auf der zweitägigen Veranstaltung noch viele weitere Themen rund um Pflanzenschutz und Düngung vertreten. Die große Beteiligung von angemeldeten 107 Teilnehmern mache die große Bedeutung des Netzwerkes für die Branche deutlich, welches eine tragende inhaltliche Säule im deutschen Gemüsebau darstellt.

 

EU-Neubewertung des Wirkstoff Metribuzin wirf Fragen auf. Fehlt bald ein wichtiger Baustein bei der Anwendung nach dem Auflaufen der Möhren?

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