51. Herbsttagung des deutschen Gemüsebaus

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Chancen und Risiken beim Klimawandel erkennen

"Klimawandel – wie sieht unsere Zukunft aus?“ lautete das Leitthema der 51. Herbsttagung der Bundesfachgruppe Gemüsebau im ZVG
Teilnehmer der 51. Herbsttagung des deutschen Gemüsebaus

„Klimawandel – wie sieht unsere Zukunft aus?“, lautete das Leitthema der 51. Herbsttagung der Bundesfachgruppe Gemüsebau im ZVG vom 17. bis 19. November in Münster.

Gemüsegärtner kultivieren viel im Freiland. Wetterextreme haben erheblichen Einfluss auf diese Kulturen. „Wir müssen uns den Herausforderungen des Klimawandels stellen. Die Ansprüche der Verbraucher kommen uns hier entgegen – Regionalität ist nur ein Beispiel dafür“, erklärte Christian Ufen, Vorsitzender der Fachgruppe Gemüsebau zu Beginn der öffentlichen Tagung. Ebenfalls willkommen hieß Helmut Rüskamp, Vizepräsident des Landesverbandes Gartenbau Nordrhein-Westfalen, die Gemüsegärtner im Namen des gastgebenden Verbandes. Die enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Gärtnern in der Region betonte Wilhelm Brüggemeier, Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, in seinem Grußwort.
Dr. Rainer Langner, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Hagelversicherung, stellte die Entwicklung seines Unternehmens der letzten 20 Jahre hin zu einem Mehrgefahrenversicherer. Gründe hierfür sind auch im Klimawandel zu suchen. Hagel, Sturm, Schnee, Frost oder Starkregen sind heute die Gefahren, die Gärtner für Freilandkulturen versichern können. In vielen EU-Mitgliedstaaten werden die Versicherungsprämien unter anderem vom Staat gefördert – in Deutschland fehlt sie.

Prominentester Redner zum Thema Klimawandel war der Meteorologe Sven Plöger.Sven Plöger, Meteorologe und TV-Wettermann, erläuterte Fakten zum Klimawandel. Um die Auswirkungen des Klimawandels zu verlangsamen, müssen laut Plöger Energieverbrauch und Emission von einander entkoppelt werden. „Von der Energie, die uns die Sonne beschert, nutzen wir gerade mal 0,5 Prozent“, erklärte er. „Ohne Veränderungen bei der Energieproduktion, wird es nicht gelingen, den Klimawandel zu stoppen“.

Dass wärmeliebende Kulturen zukünftig in bestimmten Regionen neue Chancen haben werden, vermutet Dr. Norbert Laun, Dienstleistungszentren Ländlicher Raum Rheinpfalz. Aufgrund der immer wärmeren Winter kann klassisches Wintergemüse wie Porree, Rosenkohl oder Feldsalat länger vermarktet werden. Bei anderen Kulturen sind teilweise frühere oder spätere Sätze mit entsprechendem Kälteschutz möglich. „Über die Temperaturen, die unter Vliesen erreicht werden können, wissen wir noch viel zu wenig. Mehr Wärme und mehr Feuchtigkeit bedeuten auch auch, dass sich bekannte und neue Schädlinge stärker ausbreiten“, erklärte Laun.

Professor Dr. Thomas Rath, Hochschule Osnabrück, beschäftigte sich mit den Auswirkungen des Klimawandels für den geschützten Anbau unter Glas. Vermutlich werden vor allem Häuser mit niedrigen Temperaturen profitieren, weil sie in wärmeren Wintern voraussichtlich nicht mehr geheizt werden müssen. Häuser mit dem Spektrum von 15 bis 18° C werden dann voraussichtlich 10 Prozent weniger Energie verbrauchen.

 

Westfalen-Lippe: wichtiges Gemüseanbaugebiet

Peter Hettlich, Abteilungsleiter im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft und Naturschutz NRW, betrachtet die Reinhaltung des Grundwassers als eine wichtige Herausforderung. Mit Wasserkooperationen könnten hier nachweisebare Effekte erzielt werden.

Manfred Kohl, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, stellte den Gemüsebau in Westfalen-Lippe vor. Spargel und Kohl spielen in diesem Bundesland eine wichtige Rolle.

Wie dieser Anbau auch in Wasserschutzgebieten durch Kooperationen funktionieren kann, erläuterte Dr. Marina Vormann, Landwirtschaftskammer NRW. Im vorgestellten Projekt wurden Intensivberatungsgebiete ausgewiesen. Dort erhalten beteiligte Landwirte und Gärtner eine Grundprämie für die Einhaltung verbindlicher Regeln. Für die Zukunft wünschte sich Vormann den Ausbau der Datengrundlage für den Gemüseanbau und mehr fachlichen Austausch.

 

Wahlen

Wilhelm Böck wurde einstimmig als stellvertretender Vorsitzender in seinem Amt bestätigt. Dirk Beckedorf, Rudolf Behr und Wilhelm Böck wurden als Delegierte der Fachgruppe in den Bundesausschuss Obst und Gemüse einstimmig wiedergewählt, ebenso der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitsausschusses Vertragsgemüse, Heinz-Peter Frehn und Rainer Knies.

Die Besichtigung von Blumen Dahlmann, Münster-Hiltrup, und von Gemüsebau Schräder, Greven, rundeten das Programm ab.

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