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Spargel und Umweltschonung im Blickpunkt

Arbeitskreis Spargel der Bundesfachgruppe Gemüsebau tagte in Wolbeck

Spargel und Umweltschonung im Blickpunkt

(ZVG) Die Bundesfachgruppe Gemüsebau lud am 17. und 18. September zum 65. Arbeitskreis Spargel nach Münster-Wolbeck ein. Die Teilnehmerinnnen und Teilnehmer erfuhren hier viel Neues und Wissenswertes direkt von Experten der Branche. Die Sitzung leitete Professor Dr. Peter-J. Paschold von der Forschungsanstalt Geisenheim.

So etwa lautete ein Ergebnis, dass der umweltschonende Anbau von Spargel einerseits die Anwendung von Stickstoff auf der Basis von Bodenanalysen bedeutet. Jedoch andererseits sollten auch die Gaben der Hauptnährstoffe Phosphor, Kalium und Magnesium genau an den Bedarf der Pflanze und die vorhandenen Vorräte im Boden angepasst werden. Diese neuen Forschungsergebnisse tragen dazu bei, die Schonung der Umwelt mit einer hohen Spargelqualität zu verbinden. Sie wurden unter Federführung der Forschungsanstalt Geisenheim und unter Beteiligung vieler Institutionen im Bundesgebiet gewonnen.

Außerdem tauschten Spargelspezialberater und Wissenschaftler aus ganz Deutschland ihre Erfahrungen darüber aus, wie die Ursachen für braune, hohle oder „berostete“ Spargelstangen zu erkennen seien. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Schäden komplexer Natur sind, was sowohl Bodenbedingungen, Sortenabhängigkeit als auch die Temperaturbereiche mit einschließt. Doch vieles sei auf dem Gebiet noch zu untersuchen, war das Fazit der Beteiligten und vereinbarten dies im kommenden Jahr weiter auszubauen.

Nach einer Einschätzung, die die Spargelberater aus den Anbauregionen im Bundesgebiet zur vergangen Spargelsaison gaben, sind folgende Punkte hervorzuheben:

  • Es gab bundesweit einen sehr frühen (ca. 14 Tage früher als sonst), aber schleppenden Saisonstart.
  • Da am 24. Juni Ernteende war, hatte sich die Saison insgesamt um zwei Wochen verlängert.
  • Es wird befürchtet, dass wegen der kühlen Witterung nach Ernteabschluss die Pflanzen nicht genügend Reservekohlenhydrate einlagern konnten, was sich auf den Ertrag 2008 auswirken kann.
  • Spargel wird zunehmend ein „Wochenendgemüse“. Zu Saisonbeginn 2007 fehlten zwischen 20 % und 40 % der zugesagten Saisonarbeitskräfte vor allem aus Polen, so dass die Ernte zum Teil nicht eingebracht werden konnte.
  • Es wurden verstärkt technische Erntehilfen eingesetzt. Diese können jedoch Erntehelfer nicht voll ersetzen.
  • Durch die hohen Niederschläge im August und im September ist in den Pflanzenbeständen ein erhöhter Stemphyliumbefallsdruck gegeben.

Der Absatz von Bio-Spargel, aber auch für Grünspargel, ist in Nordrhein-Westfalen begrenzt.
Ein intensiver Erfahrungsaustausch über die Bereiche Temperaturservice, Reservekohlen­hydrate, Erntehelferschulung und das Stemphylium-Prognosesystem „TomCast“ bereicherte den Tagungsverlauf.
Aus der aktuellen Arbeit der Bundesfachgruppe Gemüsebau, insbesondere über den Pflanzenschutz, informierte der Geschäftsführer der Fachgruppe Gemüsebau Jochen Winkhoff.
Im Anschluss an die Sitzung konnten die Betriebe Wilhelm Kreienbaum mit Biospargelanbau und Jungpflanzenvermehrung sowie Thomas Hermeler Spargeltechnik (Sortierung / Bodenbearbeitung), beide ansässig in Füchtorf, besichtigt werden.

Die nächste 66. Sitzung wird voraussichtlich Mitte September 2008 in Bruchsal stattfinden.

Verschiedene Beiträge, zum 65. Arbeitskreis Spargel, können Sie hier herunterladen.

 

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